Sabine Moll  |  Blog

Raus aus der Selbstoptimierungsfalle

Warum du nicht besser werden musst – sondern wieder du selbst

In einer Welt voller „Schneller“, „Mehr“ und „Besser“ scheint es, als wären wir nie gut genug. Die Buchhandlungen quellen über vor Ratgebern, Apps erinnern uns daran, wie wir „effektiver atmen“ oder „achtsamer performen“ sollen. Selbst unsere Freizeit wird oft zur Checkliste für Optimierung.

Doch was wäre, wenn du nichts verbessern musst?
Wenn alles, was du brauchst, längst in dir ist?

Du bist nicht falsch. Unsere Welt ist oft unmenschlich.

Viele Menschen kommen zu mir mit einem Gefühl von Überforderung, innerer Unruhe oder dem Eindruck, sich selbst verloren zu haben. Und das ist kein persönliches Scheitern – es ist eine logische Reaktion auf eine Welt, die nicht mehr artgerecht für uns Menschen ist.

Denn wie sollen wir menschlich bleiben, wenn wir täglich mit Reizen überflutet werden?

  • Wenn wir in einem Meeting sitzen, während unser Handy vibriert, im Hinterkopf die unbeantworteten Nachrichten kreisen und auf Social Media scheinbar alle anderen „mehr im Flow“ sind.
  • Wenn wir dauernd verfügbar sind, funktionieren sollen, leisten müssen – und dabei kaum noch echte Pausen finden.
  • Wenn Nähe, Stille und Spüren im Alltag kaum Platz haben – obwohl genau das unsere innere Regulation bräuchte.

Das alles ist nicht „normal“. Es ist nur alltäglich geworden.

Achtsamkeit ist keine Technik – sondern eine Erinnerung

In meiner Arbeit geht es nicht darum, dich zu einer „besseren“ Version deiner selbst zu machen. Es geht darum, dich wieder in Verbindung zu bringen – mit dir selbst, mit deinem Körper, mit deinem inneren Wissen.

Achtsamkeit, wie ich sie verstehe, ist kein Werkzeug zum Funktionieren.
Sie ist eine Haltung. Eine Einladung. Ein Raum, in dem du dich so zeigen darfst, wie du jetzt gerade bist – ohne etwas leisten zu müssen.

Wir leben in einer Welt, die uns ständig sagt: Du musst besser werden. Schneller. Produktiver. Optimierter. Und wenn du es nicht schaffst, liegt es an dir.

Dabei ist genau das der Irrtum. Nicht du bist falsch – sondern das System, das uns einredet, wir müssten jeden Tag ein Upgrade unserer selbst abliefern.

Wir tragen bereits alles in uns, was wir brauchen: Intuition, Empathie, Kraft, Würde. Doch wir haben oft verlernt, auf unsere innere Stimme zu hören. Genau hier setzt meine Arbeit an: behutsam, präsent, absichtslos.

Resilienz heißt nicht: Mehr aushalten

Oft höre ich den Wunsch: „Ich will resilienter werden.“
Doch Resilienz bedeutet nicht, sich noch besser an eine kranke Welt anzupassen oder dauerhaft über die eigenen Grenzen zu gehen.

Wahre Resilienz bedeutet:
• die eigenen Bedürfnisse überhaupt wieder wahrzunehmen,
• für sich selbst einzustehen (denn wer tut es sonst?),
• und Entscheidungen zu treffen, die im Einklang mit der eigenen inneren Wahrheit stehen.

Resilient zu sein heißt nicht, immer stark zu sein.
Es heißt, integer zu handeln – auch wenn das bedeutet, sich abzugrenzen, Nein zu sagen, langsamer zu werden.
In einer Welt, die ständig schneller wird, ist das ein Akt der Selbstfürsorge – und manchmal auch des Widerstands.

In meiner täglichen Arbeit – egal, ob in der Cranio Sacralen Körperarbeit, im Achtsamkeits- oder Kommunikationstraining – begegne ich vielen Menschen, die erschöpft sind. Nicht, weil sie schwach sind – sondern weil sie lange stark waren. Zu lange.

Ich möchte Räume öffnen, in denen du wieder in Berührung mit dir kommst. Wo deine Bedürfnisse wichtig sind. Wo du in deinem Tempo zurückfindest – zu dem Menschen, der du im Kern immer warst.

Vielleicht ist es Zeit, dir zu erlauben, einfach zu sein.

Du möchtest raus aus dem Funktionieren – und zurück in deine ursprüngliche Essenz?

Ich begleite dich gerne.

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